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BFH: Privat genutztes Badezimmer gehört nicht zum Arbeitszimmer

BFH: Privat genutztes Badezimmer gehört nicht zum Arbeitszimmer

| Wird ein Raum in der Wohnung, z. B. das Badezimmer oder der Flur, auch für private Wohnzwecke genutzt, sind Aufwendungen für Umbau und Renovierung nicht anteilig bei den Werbungskosten oder Betriebsausgaben für ein häusliches Arbeitszimmer zu berücksichtigen. Das hat der BFH (14.5.19, VIII R 16/15) entschieden. Die steuerzahlerfreundliche Entscheidung der Vorinstanz (FG Münster 18.3.15, 11 K 829/14 E) ist damit leider Geschichte.

Steuerzahler renoviert Bad in seinem Eigenheim mit Arbeitszimmer

Im konkreten Fall hatte ein Steuerpflichtiger das Badezimmer und den vorgelagerten Flur in seinem Eigenheim umfassend umgebaut. In dem Eigenheim hatte er auch ein häusliches Arbeitszimmer, das er für seine selbstständige Tätigkeit nutzte. Das Arbeitszimmer machte 8,43 % der Gesamtfläche des Hauses aus.

BFH kassiert steuerzahlerfreundliche Entscheidung des FG Münster

Das FG Münster hatte 8,43 % der Umbaukosten nach § 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 6b S. 2 und 3 EStG als Betriebsausgaben anerkannt. Es hatte das u. a. damit begründet, dass die Arbeiten den Wert des Hauses erhöht hatten und damit bei Aufgabe der selbstständigen Tätigkeit als stille Reserven in den Veräußerungs- oder Aufgabegewinn einfließen würden.

Der BFH sah das anders: Renovierungs- oder Reparaturaufwendungen, die wie z. B. Schuldzinsen, Gebäude-AfA oder Müllabfuhrgebühren für das gesamte Gebäude anfallen, sind zwar nach dem Flächenverhältnis aufzuteilen und damit anteilig zu berücksichtigen. Das gilt aber nicht für Kosten für einen Raum, der eigentlich rein privaten Wohnzwecken dient.

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